Zeitgedanken - Zeithalten...für sich
Die Zeit, sie lässt nicht mit sich handeln. Manchmal wäre es so wichtig, würde sie sich ein bisserl Zeit lassen. Verweilen in Gedanken, den Moment anhalten. Nein, sie ist unbestechlich, eine Stunde hat sechzig Minuten, nicht mehr, und ein Tag 24 Stunden- für mich einfach zu kurz! Und so ist das erste Quartal 2018 auch schon bald durchgelaufen....die Zeit läuft und ich hinterher, wie es ausschaut.

Kurz vor Weihnachten kam mein kleiner Elias auf die Welt. Meine Tochter wohnt mit ihrer Familie in Wien und seither bin ich sehr viel auf "Schiene", Salzburg-Wien, Wien-Salzburg. Dazwischen meine Therapien und meine Tätigkeit 1x pro Woche in der Ordination bei meiner Ärztin. Hin und wieder ein Konzert und Radeln fürs Gebein, wenn wettermöglich. All das möchte ich nicht missen.

Am allerliebsten bin ich natürlich als Oma unterwegs. Es ist so ein Geschenk so ein kleines Wesen zu haben -  man staunt und wird glückselig.

Und für all das hätte ich gerne mehr Zeit. Denn auch meine Tätigkeit in der Ordination ist mir wichtig. Gerade wenn es mir einmal nicht so gut geht, werde ich wieder bodenhaftig, wenn mir meine Patienten ihr Leid erzählen - da vergesse ich alles, was mir Schmerzen bereitet. Es macht sehr betroffen, was Menschen ertragen müssen und können - oft nehme ich sie einfach in den Arm - manchmal gelingt es mir auch Zuversicht mit auf den Weg zu geben, und ein Lächeln, das zurückkommt, gibt Kraft und Freude. Und dann ist mein Beruf Therapie für mich...da vergesse ich, dass ich oft selbst Patient bin....

Hin und wieder muss ich mich dann schon selber etwas runterholen, denn es kann dann schon passieren, dass ich die Zeit verliere...Zeit für mich zum Ordnen - Stille anzunehmen und auch nichts tun können!

Einen Kolleginnentreff musste ich absagen und da meinte eine Kollegin: ,,Du bist ja nur unterwegs, das ist doch stressig". Ich gab zur Antwort: ,,Es geht schon, weil ich das Leben und nicht die Schmerzen spüren will." Ich war selbst über meine Antwort überrascht. Aber genau das ist es! Ich sehe es für mich als ganz großes Glück, dass ich mit meinen Diagnosen noch so umtriebig sein kann. Keine Frage, dazwischen gibt's schon ach und weh. Da stecke ich meine Hände in Kohlblätterwickel - Arthrosetherapie. MeinePhysiotherapeutin vollbringt wahre Wunder an meinen Schultern und dem verdrehten Kreuz. Auch verschmiere ich tubenweise Gelenkscremen und wenn's sein muss, gibt's auch was gegen die Schmerzen. Das wird geschluckt!

Aber sonst geht's mir gut - ich denke, ich habe eben Glück -  und ich wünsche den MS-Patienten, denen es nciht so gut geht wie mir, mögen auch sie einen Weg finden, der ihnen gut tut und Schmerzen und Einschränkungen ertragen hilft.

Ich werde versuchen, es machmal etwas ruhiger anzugehen, in diesem Sinn wünsche ich allen eine schöne Zeit und vor allem Zeit für sich und für die Freunde!