Meine Hochzeitsreise nach Tansania Teil 1
Bei mir gibt es viele große Neuigkeiten.
 
Am  22. Februar fuhr ich mit meiner Frau auf Hochzeitsreise nach Tansania.
 
Einen Tag vor dem Abflug hatte ich noch einen MRI Termin bezüglich der Verlaufs- entwicklung der MS in meinem Gehirn und Rückenmark. Diesen Befund konnte ich mir – zum Glück – erst nach unserer dreiwöchigen Reise abholen. Zum ersten Mal seit einigen Jahren habe ich leider einen 10 mm großern aktiven Herd im Gehirn.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Schub von der Gelbfieberimpfung ausgelöst, die für Sansibar vorgeschrieben ist und von der man auch weiß, dass sie einen Schub auslösen kann. Ich habe diese Impfung in vollem Bewusstsein dessen und auf meine eigene Verantwortung durchführen lassen, da ich diese Reise unbedingt machen wollte. 
Bei mir denken andere Menschen oft, dass ich gar keine MS habe, weil ich ja Marathon laufen kann. Aber dem ist leider nicht so, wie man aus dem aktuellen MRI Befund herauslesen kann.
Ich laufe der MS nur ganz einfach davon. Oder ich versuche es zumindest…
 
Am 23.Februar sind wir also am Kilimanjaro Airport angelangt und haben dann unser Hotel in Moshi bezogen. Das Copaxone hatte ich die ganze Zeit in einer Kühltasche dabei und ich habe die Injektionszyklen immer und überall genau eingehalten. Sogar auf dem Kilimanjaro…
 
Die ersten fünf Tage verbrachten wir in Moshi. Die Leute dort sind sehr arm, und das zeigt sich insbesondere an den Hilfsmitteln, die den behinderten Menschen zur Verfügung stehen. 
Von unserem Standard bei Rollstühlen ist Tansania weit entfernt. Und es gibt auch absolut keine elektrischen Rollstühle. Die Leute verwenden einfachste Mittel, um behinderten Menschen das Leben zu erleichtern.
 
Am vierten Tag unserer Reise sind wir den Kilimanjaro Marathon gelaufen. Es war der bislang härteste Marathon für mich und ich bin auch das erste Mal über 4 Stunden gelaufen.
Der Lauf fand bei 33 Grad auf einer Höhe von 900 Metern statt.

Die ersten 9,5 Kilometer waren leicht wellig und man lief danach die gleiche Straße wieder zurück. So begegneten uns auch die Spitzenläufer. Es war eine große Menge dunkelhäutiger Läufer. Ca. 30 Läufer liefen das gleiche, sehr hohe Tempo.

Ab Kilometer 19 ging es dann fast 400 Meter mehr oder minder steil bis KM 29 bergauf. 
Mitten auf diesem Abschnitt fehlte auch bei einer Labstation die Trinkmöglichkeit, was bei diesen Temperaturen natürlich sehr schlecht war. Daher musste ich dann auch ein Stück gehen, da mein Puls schon sehr hoch war.

Ab KM 29 liefen wir dann ca 2 Kilometer weit über ein sehr schlechtes Straßenstück mit vielen Wurzeln und großen Steinen. Hier galt es für mich sehr gut aufzupassen um nicht zu stürzen. Ab KM 31 ging es dann auf einer schönen Straße stark bergab und wir konnten wieder „normal“ laufen.

Der Zieleinlauf im Stadion von Moshi war sehr beeindruckend, da uns dort ein volles Stadion erwartete. Unsere Zeit von 4:17 bedeutete unsere langsamste Marathonzeit, doch es war sicher einer der allerschönsten und berührendsten Marathons.

Es waren nur rund 300 Marathonläufer, aber über 5000 Halbmarathonläufer am Start.
Trotzdem und obwohl der – 30 Minuten nach uns gestartete – Halbmarathon schon beendet war, sind die Zuseher nach wie vor sitzen geblieben und feuerten die vereinzelt eintreffenden Marathonläufer an.

Es gab dort auch einen Rollstuhl Bewerb und wir konnten mit einigen Startern sprechen. Was diese Menschen auf der schwierigen Halbmarathonstrecke (unser zweiter Halbmarathon) mit ihren sehr einfachen Rollstühlen geleistet haben, war fantastisch.

Nun erholten wir uns für die geplante Ersteigung des Kilimanjaro, von der ich nächste Woche berichten werde.