Über "Multiple Sklerose"
MS ist die häufigste neurologische Erkrankung des jungen Erwachsenenalters, die zu relevanten Behinderungen führen kann. Nach einer Erhebung der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft (ÖMSG) aus dem Jahr 2011 leben in Österreich 12.500 Menschen mit der Diagnose MS. Der Erkrankungsbeginn liegt dabei überwiegend zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. MS ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und begleitet die Betroffenen während des gesamten Lebens.
In ca. 90% aller Fälle beginnt die Erkrankung mit einem Erkrankungsschub. Darunter versteht man relativ akut auftretende neurologische Symptome, die sich wieder gut rückbilden, oder aber auch zu einer bleibenden Verschlechterung führen können. Daraus leitet sich die Bedeutung einer schubvorbeugenden Behandlung ab. Bei 10% der MS-Betroffenen verläuft die Erkrankung ohne Schübe und langsam fortschreitend.
 
Multiple Sklerose ist bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar!
Ein frühzeitiger Therapiebeginn erhöht die Chance, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und zielt darauf ab, eine Balance im Immunsystem herzustellen. Man spricht von einer schubvorbeugenden Basistherapie. Die therapeutischen Fortschritte der letzten Jahre machen eine Verminderung der entzündlichen Krankheitsaktivität möglich, eventuell können Schübe und das Fortschreiten der Multiplen Sklerose soweit gestoppt werden, dass von einem Zustand „frei von Krankheitsaktivität“ gesprochen wird. Auch medikamentöse Behandlungen, die auf einzelne Symptome ausgerichtet sind, und die Neurorehabilitation sind wichtig und aussichtsreich, ganz besonders bei progredient-fortschreitenden Krankheitsverläufen.
Erfolgversprechende Therapieoptionen umfassen neben einer medikamentösen Basistherapie, die das Immunsystem beeinflusst, auch sinnvoll eingesetzte komplementäre Behandlungsformen. Maßnahmen, die eine Stärkung der eigenen Persönlichkeit unterstützen, Entspannungstherapien, Physiotherapie, Hilfe durch soziale Dienste und verschiedene weitere Behandlungsprogramme sind von großer Bedeutung. Innerhalb einer gemeinsamen, therapeutischen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient wollen MS-Betroffene als gleichberechtigte Partner angesehen werden. Eine komplette Information zu den verfügbaren Therapieoptionen ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg eines therapeutischen Entscheidungsprozesses.
 
Wer erkrankt an Multiple Sklerose?
Ca. 70% der Erkrankten sind Frauen. Es wird überwiegend als gesichert angesehen, dass neben einer genetischen Disposition (Empfänglichkeit) auch Umwelteinflüsse, z.B. Kontakte zu Viren, Sonnenbestrahlung, Ernährung und andere Gegebenheiten, sowie der unwägbare Zufall eines Zusammentreffens von Faktoren zu einem bestimmten Zeitpunkt für das Auftreten der Erkrankung eine Rolle spielen. MS ist nicht übertragbar.
 
Multiple Sklerose ist nicht vererbbar!
Die Ursache der MS ist nicht ausreichend geklärt. Die Häufigkeit beträgt in Österreich etwa 140 pro 100.000 Menschen. MS ist jedoch keine erbliche Erkrankung. Es müssen mehrere Faktoren zusammenkommen, damit MS entsteht - eine genetische Empfänglichkeit spielt jedoch eine gewisse Rolle. Das Erkrankungsrisiko ist für Verwandte von MS-Patienten nur relativ gering höher als für nicht verwandte Personen.