Über die Initiative
Nahezu jede Österreicherin, jeder Österreicher hatte schon einmal Kontakt mit MS- Betroffenen. Trotzdem sind die Informationen über den Verlauf, Therapien und Prognosen ungenau oder oft sogar falsch. Die Initiative „MS bewegt“ will hier gegensteuern und alle ÖsterreicherInnen mit aktuellen und korrekten Informationen versorgen.

Laut der letzten Erhebung der Österreichischen Multiplen Sklerose Gesellschaft (ÖMSG) aus dem Jahr 2011 leben in Österreich rund 12.500 Menschen mit der Diagnose MS. Jedes Jahr kommen ca. 350 – 400 Neuerkrankungen hinzu. Dank intensiver Forschung haben sich die Therapiemöglichkeiten und Medikamentation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Multiple Sklerose gilt jedoch nach wie vor als stark heterogene Erkrankung, unterschiedliche Krankheitsursachen, Faktoren und Krankheitsverläufe bedürfen einer möglichst „maßgeschneiderten“ Therapie und Behandlung. Allgemein gilt: Multiple Sklerose ist bei rascher Diagnose und früher Therapie gut behandelbar.
 
Einen besonderen Fokus legt die Initiative „MS bewegt“ auf den Umgang mit „Arbeit und MS“, denn gerade hier sind viele negative Vorurteile und Stigmata in Umlauf. Oftmals wird Erkrankten automatisch ein regelmäßiges Berufsleben abgesprochen und aus Unkenntnis und fehlender Information erwachsen Sorgen und Ängste. Nicht selten verschweigen Betroffene, teilweise zu Recht, die Erkrankung beim Bewerbungsgespräch oder gegenüber ihrem Arbeitgeber. „MS bewegt“ möchte mittels Beispielen - sowohl von Arbeitgebern wie auch Arbeitnehmern – zeigen, dass Multiple Sklerose und Berufsleben vereinbar sind: MS und trotzdem erfolgreich im Job.
 
Es benötigt ein gesellschaftliches Umdenken, einen Paradigmenwechsel in der Betrachtung von Multipler Sklerose – gerade auch von Seiten der Arbeitgeber und Entscheidungsträger. Dies bestätigt auch eine aktuelle Studie der MS-Gesellschaft Irland, der zufolge 27 % der befragten Personen ihre Berufstätigkeit komplett aufgeben mussten. Doch nicht immer ist dies notwendig! Mit flexiblen Arbeitsmodellen oder Arbeitsplatzadaptierungen können viele Betroffene auch weiterhin ihrem Beruf nachgehen. Das unterstützt und ermutigt nicht nur jeden einzelnen erkrankten Menschen, sondern reduziert zudem die von allen zu tragenden volkswirtschaftlichen Kosten.
 
Auf dieser Website finden Sie allgemeine Informationen zu MS sowie Tipps & Tricks für den Arbeitsalltag. Außerdem haben sich drei Betroffene bereit erklärt, in dem Blog "365 Tage mit MS" aus ihrem Leben zu berichten und die Initiative so zu unterstützen. Entgegen vieler Vorurteile standen bzw. stehen Martin G., Julia Z. und Christine H. im Berufsleben bzw. absolvieren eine Ausbildung, sind sportlich aktiv oder haben eine Familie gegründet. Des Weiteren kommen Unternehmen zu Wort, die als vorbildliche Arbeitgeber im Umgang mit MS-PatientInnen zeigen, dass die Diagnose MS nicht zwangsläufig ein Ende der Arbeitskarriere bedeuten muss. Ebenso sind Informationen aus erster Hand - von Ärzten und Arbeitsrechtexperten - in der Kategorie Videos zu diversen Gesundheits- und Arbeitsthemen verfügbar.
 
"MS bewegt" wird von der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft sowie MS-SpezialistInnen aus ganz Österreich unterstützt. Auch politische VertreterInnen tragen die Kampagne inhaltlich mit: Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Bundesministerium für Familien und Jugend, Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und viele mehr.